Ken Follett über „Das Fundament der Ewigkeit“: „Ein bisschen wie James Bond im 16. Jahrhundert“

Am 12. September kommt nach neun Jahren Pause mit „Das Fundament der Ewigkeit“ endlich wieder ein Kingsbridge-Roman von Ken Follett. Der Bestseller-Autor erklärt im Interview, wie ihm bei aller Fiktion die historische Authentizität nicht verloren geht.

Ken Follett setzt mit „Das Fundament der Ewigkeit“ endlich seine legendäre Kingsbridge-Reihe fort. Der Roman, der in England im 16. Jahrhundert zu Zeiten von Elizabeth I. und Mary Stuart spielt, soll wieder Folletts einzigartige Verquickung fiktiver Geschichten und tatsächlicher historischer Ereignisse bieten. So arbeitet er mit zwanzig Mitarbeitern, die die historischen Hintergründe recherchieren. Alleine für die Recherche wendet Follett acht Monate auf.

Ken Follett erfindet den ersten James Bond

In „Das Fundament der Ewigkeit“ erzählt Follett die Geschichte des fiktiven Ned Willard, der 1558 in die Dienste von Elizabeth I. tritt. Noch immer steht die altehrwürdige Kathedrale von Kingsbridge, doch sie ist im Widerstreit zwischen Katholiken und Protestanten zutiefst gespalten. Als Elizabeth Tudor als Protestantin den Thron besteigt, wetzen zahlreiche Attentäter bereits die Messer. Ned Willard wird Elizabeths Meisterspion. Doch der junge Engländer ist unglücklich in die Katholikin Margery Fitzgerald verliebt, denn der Glaubensstreit setzt ganz Europa in Flammen.

„Ich habe herausgefunden, dass es derart viele Menschen gab, die Königin Elisabeth die I. von England töten wollten, dass sie Englands ersten Geheimdienst aufbaute“, erzählt Ken Follett im Verlagsinterview. „Mich faszinierte die Vorstellung von Spionen und Geheimagenten, wie wir sie aus den Spannungsromanen kennen, das aber im 16. Jahrhundert zu Zeiten von Shakespeare und Königin Elizabeth.“

Elizabeth I. ist für Ken Follett eine besonders schillernde Figur. „Elisabeth Tudor ist eine gewaltige Frau. Schön war sie im Grunde genommen nicht. Aber sie war verführerisch, und die Männer haben sich in sie verliebt. Sie war extrem willensstark, blitzgescheit und sehr sexy. Diese sexuelle Attraktivität hat sie ständig zum Einsatz gebracht. Sie hatte also all diese von Stärke zeugenden Charaktereigenschaften und verstand es, ihre Weiblichkeit zu ihrem Vorteil einzusetzen – ein bisschen so wie Margaret Thatcher.“

„Das Fundament der Ewigkeit“ als Spionageroman

Für Follett, der mit dem Spionageroman „Die Nadel“ seinen Durchbruch feierte und erst spät zu Historienromanen umschwenkte, ist die Geschichte um den ersten Geheimdienst natürlich eine Steilvorlage, um mit dem erfundenen Agenten Ned Willard eine spannende Geschichte aufzubauen.

„Ned Willard ist ein junger Engländer, der in die Dienste von Elizabeth der I. tritt und er ist sehr intelligent, ein bisschen idealistisch und recht hart im Nehmen. Im Grunde genommen ist er ein James Bond des 16. Jahrhunderts.“

Bei aller Fiktion legt der Brite allerdings Wert darauf, dass Wahrheit und Dichtung stets erkennbar bleiben.

„Ich musste natürlich in Erfahrung bringen, was sich historisch tatsächlich zugetragen hat“, sagt Ken Follett. „Und dann lautet die Frage: Wissen wir, wer was getan hat? Die fiktive Figur muss Dinge tun, die sich wirklich zugetragen haben, von denen wir aber nicht wissen, wer die Person war, die diese Dinge getan hat. Und auf diese Weise kann der Leser sich sicher sein, dass alles, was er über eine historische Person liest, der Wahrheit entspricht. Und wenn er über eine fiktive Figur liest, ist das meiner Phantasie entsprungen.“

„Das Fundament der Ewigkeit“ erscheint am 12. September bei Bastei Lübbe (1168 Seiten, 36 € gebunden/25,99 € E-Book/25,99 € Audio-CD). Eine XXL-Leseprobe für alle E-Book-Reader gibt´s hier.

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