Elena Ferrante: Mehr als 5000 Kinder bewerben sich für TV-Serie zu „Meine geniale Freundin“

Elena Ferrante, Meine geniale Freundin, TV-Serie
Foto: Suhrkamp

Die TV-Serie zum Bestseller „Meine geniale Freundin“ von Elena Ferrante wird schon vor Produktionsstart zum Hype: In Neapel kommt es beim Casting zum Massenauflauf.

Acht Folgen soll die vom italienischen TV-Sender RAI produzierte und von HBO erworbene TV-Serie zu Elena Ferrantes Weltbestseller „Meine geniale Freundin“ haben, doch schon jetzt herrscht Aufregung in Neapels Problemstadtteil Sanità. Mehr als 5000 Kinder waren zum Casting erschienen; darunter viele Mädchen, die sich für die Hauptrollen der Elena und Lila beworben haben.

Elena Ferrante selbst, die alle vier Bücher der Neapolitanischen Saga unter Pseudonym geschrieben hat, wirkt an der Produktion allerdings nur mittelbar mit. Konversationen mit Regisseur Saviero Constanzo laufen anonym über E-Mail.

„Meine geniale Freundin“ als Schmelztiegel

„Das Viertel ist eine Komposition verschiedener Orte in Neapel, die ich gut kenne“, sagt Elena Ferrante gegenüber der New York Times. „Das ist immer der Fall, wenn ich schreibe, und betrifft Menschen oder Dinge. Ich weiß nicht, was auf dem Bildschirm passieren wird. Bislang ist mein Beitrag zum Set-Design auf einige Notizen beschränkt, ob die Orte richtig aussehen. Was die Zusammenarbeit am Drehbuch betrifft: Ich schreibe es nicht, dazu habe ich nicht die handwerklichen Fähigkeiten, aber ich lese die Texte und schicke detaillierte Anmerkungen. Ich weiß im Moment nicht, ob sie sie berücksichtigen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass meine Anmerkungen später verwendet werden, wenn das finale Skript geschrieben wird.“

Luigi de Magistris, Bürgermeister von Neapel, ist froh über die Produktion von „Meine geniale Freundin“ in der Stadt. Bislang war Neapel in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem negativ aufgefallen. So wurde das 2007 von Roberto Saviano veröffentlichte Sachbuch „Gomorrha“ zum Bestseller. Die anschließende gleichnamige Verfilmung und die TV-Serie waren ebenfalls nicht nur in Italien sehr erfolgreich.

TV-Serie von Elena Ferrante als Chance für Neapel

Während in „Gomorrha“ Korroption und Drogenkriege der Camorra in allen brutalen Details gezeigt werden, plätschert die Neapolitanische Saga von Elena Ferrante trotz der Milieudarstellung weitaus liebenswürdiger dahin. Luigi de Magistris sieht die TV-Serie zu „Meine geniale Freundin“ als „riesige Chance für die Stadt“ sowohl als Imageträger als auch in finanzieller Hinsicht.

Bislang hat HBO die ersten acht Folgen gekauft. Insgesamt sollen alle vier Bände mit 32 Folgen verfilmt werden. Sendetermine für Deutschland sind noch unklar.
Die ersten beiden Bände „Meine geniale Freundin“ und „Die Geschichte eines neuen Namens“ sind bereits bei Suhrkamp erschienen. „Die Geschichte der getrennten Wege“ ist am 28. August 2017 geplant, während „Die Geschichte des verlorenen Kindes“ dann am 4. Februar 2018 erscheint.

Elena Ferrante erwartet allerdings trotz des Hypes nicht, dass die TV-Serie zu „Meine geniale Freundin“ ein Erfolg wie „Game of Thrones wird. „Leider liefert `Meine geniale Freundin´ nicht dieselbe Art an Plotpunkten“, sagte Ferrante gegenüber der New York Times.

Hinterlassen Sie eine Antwort!