Sarah Lark über “Das Jahr der Delfine”: “Tagträume sind wie Psycho-Hygiene”

Sarah Lark, Christiane Gohl, Das Jahr der Delfine
Foto: Helmut Henkensiefken/PinePic

Bestsellerautorin Christiane Gohl hat kürzlich unter ihrem Pseudonym Sarah Lark mit “Das Jahr der Delfine” einen ihrer typischen romantischen Romane vor farbenprächtiger exotischer Kulisse vorgelegt.

Abenteuer in Neuseeland

Dabei kommen die traumhaften Landschaften, für die Sarah Lark bekannt ist, nicht von ungefähr. Die Bochumerin, die auch unter den Autorennamen Ricarda Jordan und Elisabeth Rotenberg veröffentlicht, hat Psychologie studiert und über „Tagträume junger Mädchen und Frauen“ promoviert.

“Tagträumen ist für mich ein Akt der Psychohygiene”, erklärt Sarah Lark im Verlagsinterview. “Fantasien machen den Alltag farbiger und helfen bei der Bewältigung von Trauer und Frust.”

In “Das Jahr der Delfine” entführt Sarah Lark ihre Leserinnen wieder einmal nach Neuseeland. Der Kölnerin Laura, Mutter zweier Teenager, bietet sich im Roman endlich die Chance ihres Lebens. Plötzlich hat sie die Möglichkeit, sich wieder ihrem alten Traum vom Beruf der Meeresbiologin zu nähern. Für ein Jahr darf Laura bei der Wal- und Delfinbeobachtung in Neuseeland arbeiten. Neuseeland ist für Laura eine völlig neue Welt. Zwar vermisst sie auf der anderen Seite der Welt ihre Kinder, ihren Mann hingegen kaum. Warum auch, bemühen sich doch Abenteurer Ralph und Tierschützer Steve um ihre Gunst. Laura aber ist vom schüchternen Ben fasziniert. Der hütet jedoch ein dunkles Geheimnis …

“Das Jahr der Delfine”: 8 Fragen an Sarah Lark

Sie haben Psychologie studiert und über „Tagträume junger Mädchen und Frauen“ promoviert. Eine hervorragende Startbasis für Ihre Karriere als Autorin, oder?

Jeder gute Unterhaltungsroman– und jeder gute Spielfilm – ist mit dem Tagtraum verwandt. Das Buch zur Doktorarbeit hieß damals „Liebe, Lust und Abenteuer – Tagträume bei Frauen und Mädchen“. Spannende Romane nehmen Tagtraum-Elemente in sich auf und regen zum Weiterträumen an.

Was macht Tagträume aus Ihrer Sicht so wichtig?

Tagträumen ist für mich ein Akt der Psychohygiene. Fantasien machen den Alltag farbiger und helfen bei der Bewältigung von Trauer und Frust.

Laura, die Heldin Ihres neuen Romans, belässt es nicht beim Träumen. Wie würden Sie ihre Ausgangssituation beschreiben?

Laura muss aus ihrem gewohnten Leben ausbrechen, um das zu tun, was sie wirklich will. Das ist nicht leicht, aber die Alternative wäre, sich selbst zu verlieren.

Als zweifache Mutter mit Anfang 30 und ohne Berufsausbildung hat Laura nicht die besten Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Dennoch geht sie aufs Ganze, indem sie sich genau um ihren Wunschjob als Guide bei Walbeobachtungstouren an Neuseelands Küste bewirbt. Eine Traumtänzerin? Oder ein Vorbild, das Mut macht?

Auf jeden Fall ein Vorbild! Wobei Laura nicht unrealistisch ist. Der Job, um den sie sich bewirbt, ist als Auslandsjahr für Abiturienten und Studenten ausgeschrieben – und Abiturientin ist sie ja – wenn auch eine etwas späte.

“Fantasien helfen gegen Trauer und Frust im Alltag”

Beim Lesen tauchen wir mit Laura ein in die Natur Neuseelands – und vor allem in die Welt der Wale und Delfine. Was macht für Sie persönlich deren Faszination aus?

Ich bin ein absoluter Fan von Walbeobachtung. Im letzten Herbst haben meine Freundin und ich den Schwerpunkt unserer Neuseelandreise auf den Besuch bei den Meeressäugern gelegt. Ich liebe dabei besonders die Delfine – ihre Menschenfreundlichkeit fasziniert mich immer wieder. Wir dürfen diese wunderbaren Tiere nicht einsperren – und die Wale nicht jagen! Ich hoffe, ich kann mit meinem Buch ein bisschen dazu beitragen, das Bewusstsein der Menschen dafür zu schärfen.

„Das Jahr der Delfine“ ist Ihr erster Neuseeland-Roman ohne historische Grundierung. Wie kam es dazu?

Geschichten in der Gegenwart anzusiedeln, ist nicht nur eine neue Herausforderung, sondern zudem eine Chance, aktuelle Probleme aufzugreifen.

Offenbar haben die Maori einen reichen Schatz an Sprichwörtern und Weisheiten. Von welcher dieser Sentenzen fühlen Sie sich am meisten angesprochen?

Vom Leitsatz der Stämme am Fluss Whanganui: „I am the river, the river is me“. Dieser Satz steht für mich für die tiefe Verbundenheit der Menschen mit dem Land.

Haben Sie wie Laura einen Jugendtraum, den Sie sich gern noch erfüllen würden?

Ich habe mir meinen Jugendtraum schon erfüllt. Auf meiner Finca in Spanien kümmere ich mich um Pferde, die keiner mehr will: alte Tiere, Tiere mit Handicaps oder einfach Opfer der Wirtschaftskrise. Ich bin meinen Lesern unendlich dankbar, dass sie mir das ermöglichen. Von den üblichen Sorgen des Alltags mal abgesehen bin ich wunschlos glücklich.

Interview: Bastei Lübbe

“Das Jahr der Delfine” ist bei Bastei Lübbe erschienen (464 Seiten, 18,99 € gebunden/13,99 E-Book/7,99 € Hörbuch).

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