Neil Gaiman kündigt Fortsetzung zu “Niemalsland” an

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Foto: Beowulf Sheenan

Fantasy-Guru Neil Gaiman hat bereits drei Kapitel der Fortsetzung zu “Niemalsland” geschrieben, die voraussichtlich “The Seven Sisters” heißen wird.

Das gab Neil Gaiman nach Berichten des Guardian während einer Veranstaltung in London in dieser Woche bekannt. “Niemalsland” gehört neben “Ein gutes Omen” in Kooperation mit dem 2015 verstorbenen Terry Pratchett und dem Graphic Novel “Sandman” zu seinen bekanntesten Werken. Die Idee zu “Niemalsland” kam Neil Gaiman nach einem Gespräch mit dem befreundeten Comedian und Schauspieler Lenny Henry. Henry hatte die Vision, dass die Obdachlosen in London, die Passanten gerne übersehen, in Wahrheit in einem unsichtbaren Universum unter der Stadt leben, dem Niemalsland.

“Niemalsland” ist das Reich der Obdachlosen in London

“Als Lenny Henry und ich vor fast 25 Jahren den ursprünglichen Einfall hatten, gefiel uns die Idee, dass wir über Obdachlose, Vertriebene und Leute, die durch das Raster gefallen sind, in einer spannenden, lustigen und interessanten Art und Weise reden konnten, die zudem bedeutsam ist und möglicherweise Menschen zum Umdenken bringen”, sagte Gaiman. “Niemalsland war für mich ein herrlicher Weg, mit dem ich über wirklich wichtige Dinge sprechen und nebenbei irrsinnigen Spass haben konnte.”

Neil Gaiman hatte sich später für das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR engagiert und Flüchtlingslager im Nahen Osten besucht.

“London ist jetzt in vielen Dingen anders als es vor 20 Jahren war, was bedeutet, dass es tatsächlich Zeit wurde, etwas zu tun. Es gab verschiedene Dinge, die mich wütend machten. Mir waren Dinge wichtig, die ich hinein nehmen wollte, und jetzt bin ich gut drei Kapitel weit in einem Buch, das `The Seven Sisters´ heißen wird.”

Ob der Titel in Deutschland direkt als “Die Sieben Schwestern” übersetzt wird, ist nicht nur wegen der Namensgleichheit mit dem Roman von Lucinda Riley ungewiss. Tatsächlich sind die Seven Sisters im nördlichen London ein Bezirk mit einer gleichnamigen U-Bahn-Station, dessen Name von einem Park mit sieben Ulmen herrührt. Der Ort ist ein antiker Kultplatz mit zahlreichen Mythen und Legenden, die bis zurück in die Zeit der römischen Besatzung fallen.

Neil Gaiman reist in der Fortsetzung wieder nach Unter-London

Unklar ist, ob Neil Gaiman bekannte Charaktere wie etwa den Helden Richard Mayhew wieder auftauchen lässt. Mayhew, ein Angestellter in der Londoner City, gerät in “Niemalsland” durch einen Zufall nach “Unter-London”. Dort leben, von den normalen Menschen unbemerkt, verschiedene Stämme und phantastische Gestalten. Richard Mayhew rettet wider Willen Lady Door, eine Prinzessin von Unter-London, die von fiesen Auftragsmördern verfolgt wird.

Schließlich erkennt Richard und seine Freunde, dass der Engel Islington hinter der Verschwörung steckt. Richard kehrt gestärkt aus seinem Abenteuer nach Ober-London, der realen Welt, zurück. Er erkennt aber, dass er sich in Ober-London nicht mehr zurecht findet und kehrt in die Parallelwelt zu Lady Door zurück.

Ein Erscheinungstermin zur Fortsetzung von “Niemalsland ist noch unklar. Zuletzt hatte Neil Gaiman “Nordische Mythen und Sagen” bei Bastei Lübbe (340 Seiten, 22 € gebunden/16,99 € E-Book) veröffentlicht. Das Hörbuch für 22 Euro und der Audio-Download für 13,99 Euro erscheinen am 16. 3. 2017.

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