Das Literarische Quartett: Nächste Sendung mit Martin Walser, Chris Kraus, Hanya Yanagihara und Julian Barnes

Das Literarische Quartett, nächste Sendung
Grafik: ZDF

Das Literarische Quartett startet wieder am 3. März 2017 und die nächste Sendung beschäftigt sich einmal mehr mit Büchern, über die die Meinung der Leser teils weit auseinander geht.

Das Literarische Quartett geht in diesem Jahr erstmals am 3. März 2017 auf Sendung. Erstmals fest mit dabei in der Runde ist Thea Dorn, die Maxim Biller ersetzt (BBO berichtete).

Das Literarische Quartett: Elke Schmitter als Gast

Als Studiogast empfängt das Trio mit Volker Weidermann und Christine Westermann die Autorin und Literaturkritikerin Elke Schmitter. Schmitter hatte bei dtv die Romane Frau Sartoris und Veras Tochter veröffentlicht. Die nächste Sendung macht die vier Bücher „Statt etwas oder Der letzte Rank“ von Martin Walser, „I love Dick“ von Chris Kraus, „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara und „Der Lärm der Zeit“ von Julian Barnes zum Streit-Thema.

Martin Walser: „Statt etwas oder Der letzte Rank“

„Der Höhepunkt in Martin Walsers Alterswerk – ein neuer Roman als Summe und Bilanz“, schreibt Rowohlt über Martin Walsers neuen Roman. Der 90jährige ergibt sich nicht in endlosen Bandwurmsätzen, sondern liefert in 52 kurzen Kapiteln wieder einmal Selbstreflektionen eines langen Lebens.

In den Momenten seines Lebens schreibt er über Wahrheit und Lüge, Liebe und Einsamkeit, Glück und Unglück. Natürlich geht es auch wieder um Kritiker, Gegner, falsche Freunde und – na klar – Frauen. Handlung? Fehlanzeige. Man muss es mögen.

„Statt etwas oder Der letzte Rank“ von Martin Walser ist bei Rowohlt erschienen (176 Seiten, 16,95 € gebunden/14,99 € E-Book/24,95 € Audio-CD).

Chris Kraus: „I love Dick“

Chris Kraus ist eine gescheiterte Künstlerin, die auf die 40 zugeht. Sie lernt durch ihren Ehemann den akademischen Cowboy Dick kennen, der zu ihrer Obsession wird. Überwältigt von ihren Gefühlen schreibt sie zunächst eine Erzählung über ihr erstes Treffen, dann verfasst sie Briefe, die sie nicht abschickt, und auch Sylvère, ihr Mann, wird Teil dieses Konzept-Dreiers. Die Mischung aus Autobiografie, Briefroman und Kulturkritik hält der britische „The Guardian“ für das wichtigste Buch des 20. Jahrhunderts über Männer und Frauen. Solche überschwänglichen Kritiken müssen nichts Gutes verheißen. Die Kritiken der Amazon-Kunden sind einerseits schon mal nicht besonders zahlreich, andererseits in hohem Maße konträr.

„I love Dick“ von Chris Kraus ist bei Matthes & Seitz erschienen (296 Seiten, 22 € gebunden/17,99 € E-Book).

Hanya Yanagihara: „Ein wenig Leben“

Das massiv gehypte Melodram von Hanya Yanagihara ist auch in Deutschland ein Bestseller. Die aus Hawaii stammende amerikanische Schriftstellerin erzählt von vier Freunden mit all ihren Rückschläge und Erfolgen, ihren Ängsten und Zweifeln. Die tatsächliche Leidensfigur ist aber Jude, dessen Schicksal, Abgründe und Traumata auf 1000 Seiten schonungslos offen gelegt werden.

„Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara ist bei Hanser erschienen (961 Seiten, 28 € gebunden/19,99 € E-Book/28,99 € Audio-CD).

Julian Barnes: „Der Lärm der Zeit“

Mai 1937: Der russische Star-Komponist scheint zunächst Glück zu haben. Josef Stalin scheint sich für seine Musik zu interessieren, was in der Diktatur überlebenswichtig sein kann. Doch Stalin verlässt noch in der Pause die Aufführung seiner Oper „Lady Macbeth von Mzensk“. Schostakowitsch ist nun ein zum Abschuss freigegebener Mann, entgeht der „Säuberung“ aaber durch pures Glück. Ein Roman über Kunst und Unterdrückung, Diktatur und Kreativität mit trauriger Aktualität.

„Der Lärm der Zeit“ von Julian Barnes ist bei Kiepenheuer & Witsch erschienen (256 Seiten, 20 € gebunden/16,99 € E-Book).

 

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