Das Parfum als TV-Serie: „Der Roman von Süskind ist als Kunstwerk unantastbar“

Das Parfum, Film, TV-Serie
Artwork: Constantin Film

Dass „Das Parfum“ von Patrick Süskind nach dem Film von 2006 jetzt auch als TV-Serie ausgewertet werden soll, dürfte Literaturfans schockieren. Jetzt kommt raus: Die Episoden haben wohl wenig mit dem Roman zu tun.

Es dürfte wohl kaum einen literarischen Stoff geben, der unverfilmbarer galt als „Das Parfum“ von Patrick Süskind. Dennoch haben Regisseur Tom Tywker und Produzent Bernd Eichinger den Roman mit geschätzten 50 – 60 Millionen Euro Produktionskosten in einen aufwändigen Kostümfilm verwandelt. Das hat damals ausgereicht, um beeindruckende 135 Mio. Euro an den Kinokassen einzuspielen.

TV-Serie zu „Das Parfum“ hat wohl wenig mit dem Roman zu tun

Damit aber nicht genug: Jetzt soll ausgerechnet dieses literarische Meisterwerk als TV-Serie verwertet werden. Doch Constantin-Produzenten Oliver Berben und Martin Moszkowicz beruhigen: Die Episoden haben wohl wenig mit dem Roman an sich zu tun.

„Der Roman von Süskind ist als Kunstwerk unantastbar“, sagt Constantin-Vorstand Martin Moszkowicz im Interview mit Der Welt. „Aber man kann sich davon inspirieren lassen. Wie das in der Musik schon lange der Fall ist.“

Produzent Oliver Berben will offenbar das Thema um Facetten erweitern, die überhaupt nicht im Buch vorkommen, wie es etwa bei der Peter-Jackson-Adaption von Tolkiens „Der kleine Hobbit“ geschehen ist. Die „neuen erzählerischen Formen“ würden es erlauben, so Berben, die Geschichte der Mordopfer aufzurollen.

Die Produktion steht noch am Anfang

„Wir lassen sie [die Geschichte, Anm. d. Red.] in der Gegenwart und in der Vergangenheit stattfinden“, erklärt der Constantin-Vorstand. „Die Hauptelemente der Geschichte werden sich darin wieder finden. Deshalb haben gerade die Künstler ein hohes Interesse daran, in den unterschiedlichen Medien zu arbeiten. Ich habe vor kurzem mit einem der renommiertesten deutschen Autoren gesprochen, mit Eugen Ruge. Er ist sehr interessiert, eine Serie zu schreiben, und er hat auch schon eine Idee. Insgesamt stehen wir da noch am Anfang. Da wird sich in diesen Formaten eine unglaublich starke kreative Kraft entwickeln.“

Wenigstens begrenzt der Respekt vor Patrick Süskind ein zu ausuferndes Merchandise. „Aus `Parfum´ lässt sich gewiss kein Handyspiel machen“, sagt Oliver Berben. Produktions- und Sendetermine sind bislang noch offen.

„Das Parfum“ ist bei Diogenes erschienen (336 Seiten, 14,95€ gebundene Ausgabe/12€ Taschenbuch/9,99€ E-Book).

 

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