Klage gegen Google: Angestellte dürfen angeblich keine Bücher schreiben

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Nach Berichten des Guardian verlangt Google von Mitarbeitern, Konzepte und Manuskripte für in der Freizeit geschriebene Bücher von der Geschäftsleitung absegnen zu lassen.

Google droht nach Berichten des Guardian in Kalifornien eine Klage vor dem Arbeitsgericht unter anderem wegen eines bizarren Bücher-Verbots. Gegenstand sind interne Vertraulichkeitsvereinbarungen, nach denen es Angestellten unter anderem nicht ohne weiteres erlaubt sei, Romane zu schreiben. Laut Klageschrift gehen diese Vertraulichkeitsvereinbarungen so weit, dass es “Angestellten verboten ist, Belletristik zu schreiben. Googles Kommunikationsvorschriften für Angestellte verbietet es Mitarbeitern, einen Roman über jemanden zu schreiben, der in einem Technologieunternehmen im Silicon Valley arbeitet, wenn Google nicht im Vorwege sowohl der Buchidee als auch dem finalen Manuskript zustimmt.”

Groteske Verpflichtungen

Die Kläger werfen dem Suchmaschinenriesen zudem vor, Angestellte geradezu groteske Verpflichtungen unterschreiben zu lassen. Die Vertraulichkeitsvereinbarung soll zum Beispiel sogar untersagen, intern mit anderen Mitarbeitern über mögliche rechtliche Probleme mit Google-Produkten zu kommunizieren. Kritik am direkten Vorgesetzten darf zum Beispiel selbst im privaten Kreis nicht geäußert werden. Bei Bewerbungen bei anderen Unternehmen dürfen angeblich weder die eigenen Job-Konditionen noch das vorherige Gehalt genannt werden. Fähigkeiten und Erfahrungen, die Mitarbeiter bei Google gemacht haben, dürfen angeblich nicht in andere Unternehmen eingebracht werden, um es Googlern zu erschweren, sich einen anderen Arbeitsplatz zu suchen.

Der Kern der Klage betrifft die Einschränkung der freien Meinungsäußerung. Theoretisch kann dies dem Unternehmen einen Schadensersatz in Höhe von bis zu vier Milliarden US-Dollar kosten.

Google bezeichnet Klage als “haltlos”

Google hat die Vorwürfe gegenüber dem Guardian als “haltlos” bezeichnet. “Wir sind einer offenen internen Kultur sehr verpflichtet, was bedeutet, dass wir regelmäßig Angestellte über Einzelheiten von Produktveröffentlichungen und vertrauliche geschäftliche Informationen informieren”, heißt es in einer Erklärung. “Transparenz ist ein großer Teil unserer Kultur. Unsere Vertraulichkeitsanforderungen für Angestellte sollen firmeneigene Geschäftsinformationen schützen, aber verbieten Mitarbeitern nicht, über die Konditionen der Beschäftigung oder Arbeitsplatzprobleme zu sprechen.”

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