Cody McFayden: „Smoky Barrett ist an der Belastungsgrenze“

Mit „Die Stille vor dem Tod“ hat Cody McFayden seinen fünften Thriller rund um Super-Agentin Smoky Barrett veröffentlicht. Im Interview erklärt der Autor, warum Smoky Barrett diesmal ganz anders ist.

Wer die Thriller von Cody McFayden liebt, weiß was ihn vor dem neuesten Roman „Die Stille vor dem Tod“ erwartet: Harte, teils geradezu blutrünstige Thriller-Kost mit einer Heldin, die seelisch scheinbar unverwundbar ist.

Entsprechend hoch waren die Erwartungen an „Die Stille vor dem Tod“. Ursprünglich bereits 2012 geplant, verschob sich der Erscheinungstermin wegen einer schweren Erkrankung von Colin McFayden bis in den September 2016. Das Ergebnis ist ernüchternd: Mit nur 2,2 Sternen bei den Amazon-Rezensenten hat der Titel aber die mit Abstand schlechteste Leserkritik aller bisher erschienenen Romane von Cody McFayden eingefangen. Wesentlicher Kritikpunkt sind die nach Ansicht vieler Leser zu ausladenden inneren Reflektionen mit Selbstzweifeln, die man von Smoky Barrett nicht kennt.

Cody McFayden treibt Smoky Barrett an die Grenze des Zusammenbruchs

„Sie ist menschlicher geworden“, erklärt Cody McFayden im Interview. „Ich wollte in diesem Buch einige Dinge umsetzen. Dazu gehörte, sie verletzlicher zu machen. Sie hat zu viele Dinge erlebt, auf die sie nicht reagiert hat und die keine Konsequenzen für sie hatte. Es war einfach Zeit, unter den Wirkungen dessen zu leiden, was sich in ihrem Leben ereignet, und damit kämpft sie tatsächlich. Zu Beginn des Buches ist sie seit siebeneinhalb Monaten schwanger und wird mit einigen wirklich schwierigen Situationen konfrontiert. Letztlich bringt sie das wirklich an ihre Belastungsgrenze.“

Die Story: Smoky Barrett ist hochschwanger, startet ihren aktuellen Fall jedoch gleich zu Beginn am Ort des Grauens. In einem Wohnblock sind gleich drei ähnliche Familien in der gleichen Nacht bestialisch ermordet worden. Vater und Mutter sitzen sich enthauptet, aber mit wieder aufgesetzten Köpfen am Esstisch. Die Töchter liegen nackt auf dem Tisch drapiert im Schein des Tafelsilbers. Doch die Morde sind keine Lusttat, sondern eine diffizil geplante Botschaft. „Komm und lerne, Smoky Barrett“, entdeckt das Team an der Wand – ein Schriftzug in Blut geschrieben. Was Smoky Barrett nicht ahnt: Diesmal geht es nicht um einen einzelnen Serienmörder….

„Die Stille vor dem Tod“ begann mit einem Bild im Kopf

„Ich beginne ein neues Buch immer mit einem Bild im Kopf“, sagt Cody McFayden. „Und das Bild war, dass Smoky schließlich zusammenbricht. Ich hatte mich etwas von Smoky Barrett entfernt. Bestimmte Dinge, die ihr zugestoßen sind, haben angefangen, nicht mehr realistisch zu sein. Sie kann einfach nicht weitermachen, als sei nichts passiert.“

Daher hat Cody McFayden diesmal für „Die Stille vor dem Tod“ einen anderen Ansatzpunkt gewählt. Es handelt sich beim Bösen nicht um einen einzelnen Unhold.

„Ich habe zuerst mit Smoky Barrett angefangen. Ich hatte zunächst gar keine Idee, wie sich das Böse entwickeln sollte. Normalerweise fange ich mit dem Bösewicht an und baue alles andere darum auf. Diesmal habe ich mir die Frage gestellt, was passieren muss, damit Smoky Barrett zusammen bricht. Und das wäre kein einzelner Krimineller. Ein einzelner Bösewicht wäre dazu gar nicht in der Lage. Ich wusste, dass es mehr als eine Person sein muss. Das war die Idee dahinter, dass es Smoky diesmal nicht mit einer ganze Gruppe an Verschwörern zu tun bekommt.“

Die Stille vor dem Tod ist bei Bastei Lübbe erschienen (432 Seiten, 22,90 € gebunden, 16,99 € E-Book, 15,99 € Hörbuch).

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