Volker Klüpfel/Michael Kobr: Himmelhorn

Kommissar Kluftinger grantelt sich in Himmelhorn wieder mal durchs Allgäu. Eine Latschenkiefer am berüchtigten Gipfel Himmelhorn wird zur Mordwaffe.

Volker Klüpfel und Michael Kobr liefern mit Himmelhorn den mittlerweile neunten Fall des Kult-Kommissars Kluftinger. Wie gewohnt, geht es im bayrischen Idyll nur teilweise um Mord und Totschlag. Insbesondere in Himmelhorn beginnt der eigentliche Kriminalfall erst ab Seite 200 Fahrt aufzunehmen.

Kluftinger verfällt dem Glücksspiel

Zuvor quält sich Kluftinger durch ein Fitnessprogramm mit Dr. Langhammer, Kollege Maier ist in die Polizeidirektorin verliebt und Strobl verleitet Kluftinger zu riskanten Aktiengeschäften.

Daheim büffelt Sohn Markus für die Prüfungen, Schwiegertochter Yumiko ist mit einem „Butzele“ schwanger, und Erika tischt bayrische Schmankerln auf, die so arg im Widerspruch zu Kluftingers Diät-Bemühungen stehen. So blödelt sich das Autorenduo auf sprachlich durchaus beachtlichem Niveau mit amüsanten Dialogen durchs menschelnde Allgäu, bis der Absturz von drei Bergführern in den Mittelpunkt rückt.

Mordwaffe: Eine Latschenkiefer am Himmelhorn

So ist ein erfahrener Bergfilmer ums Leben gekommen, nebst zweier Bergsteiger. Durch Zufall entdeckt Kluftinger auf einem Foto, dass die einzige Sicherungsstelle manipuliert wurde: Eine 400 Jahre alte Latschenkiefer ist der einzige Punkt, an dem das Seil festgezurrt werden kann. Trotz der Mauer des Schweigens, auf die Kluftinger bei der Bergbevölkerung stößt, findet er doch überraschende Hinweise auf ein Motiv.

Fazit: Kluftinger bleibt Kluftinger. Wie üblich, überwiegt in den Alpenkrimis des Autoren-Duos Klüpfel und Kobr der Comedy-Anteil. Intelligente Dialoge wechseln sich mit plastisch beschriebener Situationskomik ab und übertreffen an sprachlichem Niveau Genrevertreter wie Rita Falk. Der Kriminalfall selbst verbleibt auf provinziellem Niveau – nun, ohne Tote gäb´s eben kein Kluftinger. Vergnügliche, leicht verdauliche Lektüre für die Herbsttage!

Himmelhorn ist bei Droemer Knaur erschienen (496 Seiten, 19,99€ gebunden, 14,99€ E-Book).

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