Roald Dahls berühmtes Märchen „Sophiechen und der Riese“ ist seit der in diesem Monat angelaufenen Verfilmung wieder in aller Munde. Passend zum Hype hat Rowohlt eine Film-Ausgabe unter dem Titel „BFG“ veröffentlicht, die sich allerdings nur in Cover und Titelei von der vorher bereits verfügbaren Ausgabe unterscheidet.

Das ist gut, denn so bleiben auch die Original-Zeichnungen erhalten.

Die Geschichte ist weitgehend bekannt: Das Waisenmädchen Sophie kann im Heim nicht schlafen. Ausgerechnet zur Geisterstunde tritt sie ans Fenster und entdeckt mit Entsetzen, wie ein acht Meter hoher, grauslich dürrer Riese heimlich durch die Straßen schleicht. Der Riese starrt in die Fenster der Kinderzimmer und pustet etwas mit einer stummen Trompete hinein.

Ein Märchen voll phantastischer Ideen

Sophiechen ist so entsetzt, dass sie sich nicht verstecken kann, als der Riese sie entdeckt. Er entführt sie ins Reich der Riesen, doch was Sophiechen nicht wissen kann: Es handelt sich um den guten Riesen, den GuRi, der Limonade mit nach unten sinkenden Bläschen braut und Kotzrüben zieht.

Doch GuRi hat viele Feine in seiner Welt: Dort ist er nämlich eigentlich der Zwerg, und alle anderen sind noch viel größer als er.
Was noch schlimmer ist: Riesen wie der Fleischfetzenfresser, der Knochenknacker, der Menschenpresser oder der Kinderkauer haben Kinder wie Sophiechen zum Fressen gern. Gemeinsam mit GuRi schmiedet Sophiechen Pläne, wie sie die bösen Riesen besiegen können.

Fazit: „Sophiechen und der Riese“ ist längst ein Klassiker von einer Güte, der „Charlie und die Schokoladenfabrik“ oder etwa „Hexen hexen“ in nichts nachsteht. Allerdings ist der Stoff wirklich nichts für kleine Kinder um 6 Jahre herum. Alleine die Entführungsszene zu Beginn dürfte vielen der Kleinen schon das Blut in den Adern gefrieren lassen. Dass sich der GuRi als guter Riese herausstellt und er selbst ein Gejagter ist, gehört zu den immer wieder unerwarteten Einfällen von Roald Dahl. Für Erwachsene fast noch besser geeignet als für Kinder, aber auf jeden Fall auch nach all den Jahren immer wieder lesenswert.

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