Chris Carter: I Am Death. Der Totmacher

„I Am Death. Der Totmacher“ ist das wohl bisher blutigste Werk des ohnehin schon nicht gerade zart besaiteten Chris Carter.

Das Ermittler-Duo Hunter und Garcia steht wieder einmal vor einem Rätsel: In Los Angeles wird eine ermordete Frau aufgefunden – offenbar brutal gefoltert und später zu einem Hexagramm drapiert. Der Täter hinterlässt sein Markenzeichen: „I am Death“. Bald wird eine Mordserie mit drei toten Frauen daraus. Alle drei werden auf verschiedenartigste, grauenhafte Weise gefoltert und ermordet, doch der Täter weist bei allen dreien mit seinem Zeichen auf seine Identität hin.

Wie in den Hunter & Garcia-Büchern üblich, überstürzen sich die Ereignisse schnell: Aus verschiedenen Perspektiven der Opfer, des Täters und der Ermittler erzählt, entwickelt sich eine rasante Mörderhatz. Chris Carter nutzt kurze Kapitel und Parallelhandlungen, um die Handlung noch mehr zu beschleunigen.

Profiler Robert Hunter und sein Partner Carlos Garcia vom LAPD steht der wahre Horror aber noch bevor: Der Mörder hat nämlich den 11jährigen Ricky entführt und ihn gezwungen, Zeuge der Morde zu sein.

Klischee-Killer

Das Innenleben des Täters ist die typische Klischeesammlung, die alles vom eigenen Opfergang bis hin zum traumatischen Kindheitserlebnis bedient. Macht nichts, denn in der Thriller-Architektur eines Chris Carter würde sehr viel mehr Reflektion gar kein Platz finden. Mehr Raum als bisher schon und nehmen die reichlich ekligen Blutszenen ein. Letztlich gelingt Chris Carter eine handwerklich gute Erzählung bis hin zur stimmigen Auflösung.

Fazit: „I Am Death“ ist ein Pageturner im besten Sinne des Wortes. Chris Carter bringt wieder mal deftige Schockeffekte und Cliffhanger, ohne jedoch gar zu billig oder vorhersehbar zu wirken. Aber: Die drastischen Schilderungen bestimmter Folterszenen dürfte den Wissensdurst so mancher übersteigen. Eines der Bücher für den perfekten Sommernachtsalptraum.

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