The Night Manager: ZDF sendet Thriller von John le Carré als Dreiteiler

Die Emmy-nominierte Mini-Serie geht ab 29. August im ZDF Montagskino an den Start. Mit dabei: Superstar Hugh Laurie („Dr. House“).

Die Folgen von „The Night Manager“ nach dem Spionage-Thriller von John le Carré werden dabei als dreiteilige Mini-Serie über drei Wochen am 29. August, 5. September und 12. September jeweils um 22:15 Uhr ausgestrahlt. Ullstein liefert jetzt schon den bekannten Roman im Design der TV-Serie als Taschenbuch aus.

Die Story: Exsoldat Jonathan Pine (Tom Hiddleston) arbeitet als Nachtmanager in einem Hotel in Kairo. Als er Dokumente über illegale Waffengeschäfte des Geschäftsmanns Richard Roper (Hugh Laurie) entdeckt, wird er unversehens zum Undercover-Agenten: Er soll den Waffendeal als Maulwurf unterwandern. Regie in der für die Emmy Awards 2016 mehrfach nominierten Mini-Serie führte Oscar-Preisträgerin Susanne Bier. Das ZDF zeigt die Free-TV-Premiere sowohl in der deutschen Synchronfassung als auch im englischsprachigen Original.

Das Original wurde aktualisiert

Allerdings hat sich das Filmteam und John le Carré im Vergleich zum Buch einige Freiheiten erlaubt. Le Carrés Chefspion im Buch war ein Mann, im Film ist es eine Frau.
„Im Roman war mein britischer Chefspion ein Mann namens Burr – ein grobschlächtiger, schwerfälliger Kerl, der nicht lange rumfackelt“, erklärt le Carré. „Aber ein Mann für alle Fälle. Eine Reminiszenz an meine eigenen vergangenen Tage in der geheimen Welt, als weibliche Offiziere, gelinde gesagt, eine Seltenheit waren. Aber wollen wir das wirklich heutzutage: Ein weißer Mann mittleren Alters legt sich an mit einem anderen weißen Mann mittleren Alters, und ein dritter, jüngerer, weißer Mann mittleren Alters, die Waffe seiner Wahl ist? Wir wollten das nicht. Es betritt also die Bühne – unter lautem Applaus meinerseits – die entzückende Mrs. Burr, Vorname Angela. Klug, mutig, aber wiederum auch mürrisch und funkelnd, und im Leben wie im Drehbuch majestätisch schwanger.“

Auch bei den Drehorten schloss man Kompromisse, ohne es jedoch am Ambiente der Superreichen mangeln zu lassen.

Mallorca wird zum Verbrecher-Refugium

John le Carré: „Den Roman hatte ich zum großen Teil auf der Luxusjacht meines Erzbösewichtes Richard Roper spielen lassen. Aber Luxusjachten kosten ein Vermögen an Miete, und in Filmen – es sei denn, man versenkt sie – neigen sie dazu, eintönig und klaustrophobisch zu wirken. Weit besser ist eine Milliardärsinsel in der Sonne, mit einer prunkvollen Villa im Gatsby-Stil in der Mitte, und ein paar Gebäuden für seine Untergebenen und Beschützer drum herum. An den nördlichen Ausläufern der spanischen Insel Mallorca fanden wir genau so ein Paradies für einen reichen Mann, und so zog Richard Roper hier ein, zusammen mit seiner Trophäe, der viel jüngeren, unvergleichlich schönen, beunruhigend intelligenten Geliebten, Jed.“

Außerdem wurde die Handlung kräftig aktualisiert – heute verhökert Waffenschieber Roper seine Ware nicht an südamerikanische Drogenbarone, sondern an die Extremistengruppen des arabischen Frühlings.

Ägypten als Krisenherd

„Der Zweck dieser scheinbar getrennten Exkursionen war es, den Verkauf einer großen Menge von hochmodernen Waffen an nervöse Drogenbarone in Mittelamerika zu vereiteln“, erklärt John le Carré. „Ihr Lieferant? Mister Richard Roper, mein Bösewicht. Aber im Jahr 2015 lief der Drogenkrieg schon seit Jahren, hatten endlos viele Filme ihn porträtiert. Und der heiße Markt für illegale Waffen hatte sich in der Zwischenzeit auf die Schlachtfelder im Nahen Osten verlagert – nach Syrien, Libyen und vor allem Ägypten, wo die Demokratie auch jetzt noch jedes Mal abgeknallt wird, wenn sie den Kopf hebt.“

„Ich wollte nie eine einfache Verfilmung des Buches. Eigentlich will ich das nie. Ich wollte einen eigenständigen Film. Alles, worum ich gebeten hatte, war, dass das zentrale Zusammenspiel zwischen unseren Protagonisten intakt bleibt, und der Erzählbogen der ursprünglichen Geschichte – egal, wo sie spielt – weitgehend der Erzählbogen des Romans bleibt. Es sollte dieselbe Erkundung zwischenmenschlicher Spannungen, Antriebe und Gier sein. Und der dramatische Konflikt sollte in ähnlicher Weise aufgelöst werden.“

Sendetermine:

  • Montag, 29. August 2016, 22.15 Uhr
  • Montag, 5. September 2016, 22.15 Uhr
  • Montag, 12. September 2016, 22.15 Uhr

Hinterlassen Sie eine Antwort!