Tess Gerritsen: Totenlied

In neuen Thriller der US-Autorin spielt nicht das Ermittler-Duo Rizzoli & Isles die Hauptrolle, sondern ein Walzer mit einer Todesmelodie.

„Totenlied“ ist ein Standalone-Roman, bei dem Tess Gerritsen ihre Vorbildung als Ärztin und Musikerin mit historischer Recherche verquickt. Die Violinistin Julia Ansdell bringt sich selbst von ihrer Italienreise uralte Notenblätter als Souvenir mit. Was sie nicht ahnt: Der Walzer „Incendio“ eines gewissen italienischen Komponisten Lorenzo entwickelt ein bösartiges Eigenleben. So verfällt Julia in einen wahren Rausch, als sie beginnt, das Stück auf ihrer Geige zu spielen.

Zu ihrem Entsetzen erlöst sie erst ihre Tochter Lily aus dem Wahn, doch die Kleine ist blutüberströmt. Das erst dreijährige Mädchen hat den gutmütigen Hauskater während des Walzers mit einer Gartenhacke getötet. Julia und ihr Mann Rob sind entsetzt, doch Lily scheint sich an nichts zu erinnern. Julia dämmert es langsam, dass von dem Walzer böse Mächte wirken.

Der Sound des Schreckens

Sie reist nach Venedig, um dem Geheimnis des Todes-Walzers auf die Spur zu kommen. Bald wird klar, dass der Komponist Lorenzo Todesco Jude war und das Stück 1943 im faschistischen Italien geschrieben hat. Tess Gerritsen erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen: Einerseits beschreibt sie Julias Suche nach dem Urheber des Manuskripts, andererseits verfolgt der Leser Todesco im vom Duce geführten Italien.

Fazit: Tess Gerritsen ist wieder einmal ein spannend zu lesender Thriller gelungen, diesmal mit einem sorgfältig recherchierten historischen Hintergrund und mehr übernatürlicher Anmutung als in den Rizzoli & Isles Romanen. Auch wenn beide Zeitebenen zwangsläufig zusammengeführt werden müssen, gelingt dies der Autorin sehr elegant. Die Story bleibt über das ganze Buch hinweg spannend – hervorragende Unterhaltung für Thriller-Fans!

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