Kindle Oasis vs. Kindle Voyage: Wie viel Luxus darf´s denn sein?

Einfach noch viel handlicher: Der neue Kindle Oasis. Foto: Amazon.

Mit dem neuen Kindle Oasis hat Amazon den bisher besten E-Reader auf den Markt gebracht. Doch lohnt sich der Umstieg für Leser, die ohnehin schon den Luxus-Reader Voyage haben?

Bislang hatte Amazon das Sortiment mit dem Kindle Voyage in edlem Magnesium-Gehäuse nach oben hin abgerundet. Das Gerät wird ab 189,99 € mit Werbung ohne 3G angeboten. Bonus gegenüber dem Kindle Paperwhite 3: Das intelligente Frontlicht reguliert sich auf Wunsch je nach Lichtsituation automatisch. Zudem stehen zwei Blättertasten zur Verfügung, mit der über die PagePress-Funktion komfortabel umgeblättert werden kann. Bei der Auflösung ist allerdings nicht mehr zu machen als die 300 ppi, wie sie bereits beim Paperwhite 3 Standard sind.

Nochmal 100 € mehr werden mindestens für den Kindle Oasis fällig. Amazons neuer Luxus-E-Reader wird dafür gleich in einer edlen Lederhülle in Schwarz, Bordeaux oder Walnuss ausgeliefert. Der Grund liegt in der neuartigen Akku-Konzeption: Der Hauptakku ist nämlich in der Lederhülle verborgen, während ein Notfallakku im Reader versteckt ist. Der ist mit 131 Gramm ein Fliegengewicht, jedoch mit der Lederhülle gut 50 Gramm schwerer als der Kindle Voyage mit 180 Gramm.

Asymmetrie als Design-Highlight

Offensichtlichste Änderung beim Kindle Oasis ist das asymmetrische Format. Oben und unten wurden die Ränder zum Display schmaler, was das Gerät in der Höhe um rund zwei Zentimeter schrumpfen lässt. Damit wirkt der Kindle Oasis nahezu quadratisch. Der Gehäuseboden ist auf der rechten Seite als Wulst ausgeführt, hinter der sich ein Mini-Akku verbirgt. Diese Hervorhebung bildet gleichzeitig eine ergonomisch perfekt geformte Haltefläche.

Linkshänder drehen das Gerät einfach um; das Display dreht sich mit. Die Haltewulst verschwindet beim Andocken des Geräts in der Lederhülle, die den Hauptakku enthält. Ohne Hülle läuft der Kindle Oasis lediglich rund 12 Stunden. Nicht schlimm, denn die Lederhülle ist ein wesentlicher Bestandteil des angenehmen haptischen Gefühls bei der Handhabung. So liegen zwei Tasten übereinander zum Umblättern in Daumenreichweite auf der rechten Seite. Die Bedienung über den Bildschirm ist zwar immer noch alternativ möglich, aber mittlerweile unbequemer. Trotz des de facto höheren Gewichts ist der Kindle Oasis der mit Abstand am bequemsten zu haltende E-Reader, den es bisher gibt. Dies liegt tatsächlich an der ausgeklügelten Balance des Geräts, selbst dann, wenn es in der Hülle gehalten wird. Das Gerät schmiegt sich bei der Bedienung perfekt zwischen Daumen und Handballen ein; die Blättertasten liegen optimal in Reichweite.

Noch mehr Licht für Kindle Oasis

Obwohl das Display durch die Veränderung der Gehäusegröße trotz der 6 Zoll kompakter wirkt, hat Amazon die Beleuchtung nochmals verbessert. So werkeln im Oasis nun 10 statt 6 LEDs wie im Voyage. Das soll nicht für eine hellere, sondern für eine noch gleichmäßigere Ausleuchtung des Bildschirmes sorgen, der plan auf dem Gehäuse aufliegt.

Fazit: Angesichts des Kindle Oasis wirkt der an sich schon hervorragende Kindle Voyage ein wenig deplatziert. Aufgrund zahlreicher Detailverbesserungen macht es einfach noch mehr Spaß, E-Books auf dem Oasis zu lesen. Insbesondere die intelligente Gewichtsverteilung sorgt für ermüdungsfreies, unbeschwertes Schmökern.  Natürlich ist der Kindle Oasis für den Preis von 280 € kein Einsteigergerät. Für Hardcore-Leser lohnt es sich jedoch, gleich zur Top-Klasse zu greifen, insbesondere, da beim Voyage noch eine Hülle extra zu veranschlagen ist.

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