Elena Ferrante: Meine geniale Freundin

Selten wurde ein Buch derart gehypt wie Elena Ferrantes vierbändige Neapolitanische Saga, beginnend mit „Meine geniale Freundin“ – Iris Radisch von der Zeit bejubelt das Werk gar als „epochales literaturgeschichtliches Ereignis“. Feuilleton-Unfug, wie unser Buchtipp beweist.

Das „epochale Ereignis“ ist zum Sterben langweilig

Besserleser wissen, dass es müßig ist, die Begeisterung von Feuilletonisten zu hinterfragen. Es mag der erste „Großkritiker“ gewesen sein, der eine Replik seiner Rezension provoziert hat. Oder auch die Tatsache, dass sich hinter dem Pseudonym Elena Ferrante eine Unbekannte steckt, nach deren wahren Identität jetzt sogar schon italienische Enthüllungsjournalisten forschen.

Gähnen beim zweiten Kapitel

Bei „Meine geniale Freundin“ handelt es sich tatsächlich um einen Entwicklungsroman zweier Mädchen vom Grundschulalter bis hin zur Pubertät. Elena ist mittlerweile 66 Jahre alt und Schriftstellerin. Ihre Freundin Lila ist spurlos verschwunden. Das ist Anlass für Elena, über ihr gemeinsames Leben zu reflektieren.

Bereits in der Grundschule fassen die beiden Mädchen den Plan, dem ärmlichen neapolitanischen Arbeiterviertel Rione zu entkommen. Während Elena eher in sich gekehrt ist, wird schon bald Lilas rebellisches Naturell offenbar. Wie besessen stürzt sie sich in das Design italienischer Schuhe und wird Unternehmerin.

Elena Ferrante ist weit weg von der Genialität

Fazit: „Meine geniale Freundin“ ist literarisch ein Fundstück, das die Entwicklung vom Mädchen zur Frau ein einzigartig einfühlsamer Weise beschreibt. Elena Ferrate gelingt dies mit einer klaren und sehr intelligent eingesetzten Wortwahl hervorragend. Darüber hinaus ist Elena Ferrante Meisterin der Langeweile. Es gibt nicht einen einzigen Höhepunkt in der dahingeplätscherten Geschichte, die in sich eigentlich selbst nicht mal der Rede wert ist. Frauen um die 70 werden sich aufgrund des mit feiner Schreibhand gefertigten Wertewandels junger Mädchen wiederfinden. Aber: Sie müssen lange suchen, um eine derart sterbenslangweilige Coming-of-Age-Geschichte zu finden. 

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