Arne Dahl: „Wallander ist mir zu niedergeschlagen“

Arne Dahl
Foto: Sara Arnauld

Arne Dahl verabschiedet sich in seinem neuen Roman „Sieben minus eins“ vom transnationalen Thriller hin zum personenbezogenen Psycho-Krimi. Sein Credo: „Ich warf alles über Bord, worin ich gut bin“.

Arne Dahl mag Wallander nicht

Arne Dahl hat mit seinem neuen Thriller „Sieben minus eins“ sein Konzept des multinationalen Thrillers aufgegeben. „Als ich den letzten Teil „Hass“ über die europäische Ermittlertruppe Opcop schrieb, hatte ich die Schnauze voll von organisierter Kriminalität und Gewalt in der globalisierten Welt“, sagt Arne Dahl im Interview mit Spiegel Online. „Als ich 2009 mit dieser Serie anfing, lebten wir in einem anderen Europa, heute ist es total gespalten. Damals war ich noch überzeugt, dass so etwas wie ein europäisches FBI entstehen könnte.“

Ermittler Sam Berger: Die andere gescheiterte Existenz von Arne Dahl

Dahl, der sich früher am Computer ganze Schaubilder für Handlungsstränge entwarf, hatte jedoch mit „Sieben minus eins“ anderes im Sinn. Protagonist ist Kommissar Sam Berger, der auf den ersten Blick alle Eigenheiten der gescheiterten Existenz so vieler fiktiver schwedischer Ermittler hat.

„Es ist explizit die Art von Kommissar, die ich all die Jahre vermieden habe“, sagt Dahl dem Spiegel. „Immer wenn ich einen Mankell-Krimi las, fand ich: Ja, das ist gute Literatur, aber ich mag Wallander nicht, er ist mir zu niedergeschlagen, zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Darum entschied ich mich damals für acht gleichberechtigte Protagonisten – das A-Team. Jetzt wollte ich schauen, was ich aus dem Klischee des einsamen Ermittlers machen kann. Sam Berger verfängt sich in dem Fall in seiner Vergangenheit, das Thema Zeit dominiert seine Gedanken.“

Ein Mädchen verschwindet

Die Story von „Sieben minus eins“: Kriminalkommissar Sam Berger ist der typische eigenbrötlerische Einzelgänger, doch auf seine Weise brillant. Ein 15-jähriges Mädchen wird vermisst, doch die Polizei findet nur ein Kellerverlies mit Blutspuren. Nur Berger ahnt, dass der Fall etwas mit einem Serientäter zu tun hat, dessen Karriere längst beendet schien…

„Sieben minus eins“ ist bei Piper erschienen (416 Seiten, 16,99 € broschiert, 14,99 € E-Book, 17,99 € Audio-CD).

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